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Virales Marketing oder Verarsche im Internetzeitalter

Gestern wurde im Rahmen der Veranstaltungsreihe Labrador-Lounge von Lycos Europe zum Thema “Die Macht von Online-Communities” diskutiert. In diesem Zusammenhang wurde auch das Thema Viral Marketing ausgiebig zur Sprache gebracht. Kurz: diese Marketingmethode nutzt vor allem soziale Netzwerke wie “Online-Communities”, um Produkte zu kommunizieren – und dies möglichst unauffällig.

Als Marketingexperte beobachtet man so z.B. eine Weile eine Diskussion zum Thema elektrische Zanhnbürsten und nimmt am besten auch eine Weile aktiv an der Diskussion teil. Denn nur so fällt man nicht auf, wenn man nach einer Weile zuuufällig eine super prima Elektrozahnbürste der Firma XY empfiehlt, in der Hoffnung, dass die Community die Nachricht über das prima Zahnreinigungswerkzeug in alle Welt trägt und der Umsatz der Firma so gesteigert wird. Ein simples Beispiel. Doch das Spiel geht weiter bis hin zur Verbreitung von als Amateurproduktionen getarnte Videos, die den Kaufreiz wecken sollen et cetera.

Die Namensgebung “Virales Markting” finde ich marketingtechnisch ja nicht besonders gelungen. Denn Viren werden ja oftmals nicht mit besonders angenehmen Empfindungen in Verbindung gebracht und im Zusammenhang mit Computern vor allem als nervig angesehen. Aber wenigstens trifft sie ehrlich den Punkt. Die Nachricht “kauf mich” verbreitet sich im Netz geschickt und unaufhaltsam, in Windeseile und meist gegen den Willen der Community. Ein altes Lied, schon aus dem Newsnet bekannt.

Liebe Martketesen, vielleicht haben sich die Communities ja auch gebildet, um sich ehrlich und unverfälscht auszutauschen. Ja, das wisst ihr natürlich. Vielleicht ist man des omnipräsenten Marketings ja auch langsam überdrüssig. Wie Martin Röll auch sagte (sinngemäß): vielleicht ist eine Negativkritik über ein Produkt ja auch berechtigt und das kritisierte Produkt ist ganz einfach bemängelnswert. Wieso also einen Marketingexperten Lügen verbreiten lassen, anstatt einfach das Produkt zu verbessern? Es könnte so einfach sein.

Ich kann nur hoffen, dass die Cleverness der Kommunizierenden so weit reicht, die Manipulationsversuche zu durchschauen und die Virensaat nicht gedeihen zu lassen. Popup- und Bannerblocker gibt es ja schon. Wie wäre es mit einem Virenscanner für “Marketingviren”?

2 Responses to “Virales Marketing oder Verarsche im Internetzeitalter”

  1. Ringfahndung -Weblog- // Says:

    Labrador Lounge

    Fingerfood. Hanseatisch….

  2. dockblog // hamburg » Blog Archive » 2.0 Marketing oder der Versuch zu retten, was zu retten ist Says:

    [...] Wie im Artikel Virales Marketing schon beschrieben wurde, sind die Blogs ja eine von den Marketingfreaks bevorzugte Werbeplattform. Und wenn nicht viral, dann eben plump. Da werden Autos zum Testen verliehen (nein, kein Link) und es wird Schaum geschlagen. Hauptsache, die Medien werden voll geklatscht und die Produkte tauchen in den total hippen Blogs auf. [...]

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