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Usability-Kurzcheck arbeitsagentur.de : Zu Ihrer Suchanfrage konnten keine Ergebnisse gefunden werden

Alles, was ich bisher über arbeitsagentur.de gehört habe, war schlechte Kritik: “Da findet man ja eh nie etwas” und ähnliches. Ich dachte, vielleicht findet man ja nichts, weil es einfach keine Angebote gibt, von wegen Arbeitslose und so… Also habe ich mir das selbst mal angesehen.

Die Bedienung des Portals ist aus meiner Sicht wirklich unter aller Kanone. So wird man z.B. gezwungen, unter “Beruf / Tätigkeit / Ausbildung” genau die Bezeichnung auszuwählen, die in der Datenbank gespeichert ist (thinking inside-out; technische Struktur auf Anwender/innen projizieren). Wie sinnvoll ist es, die genaue Berufsbezeichnung aus hunderten von Bezeichnungen auszuwählen, zu der es dann höchst wahrscheinlich keine Stellenangebote gibt? Denn leider hat man auch nicht die Möglichkeit, sich nur die Bezeichnungen anzeigen zu lassen, zu denen es auch Jobangebote gibt. Außerdem weiß jeder, dass die Chancen auf einen Job eher bescheiden sind, wenn bei der Jobsuche nicht auch nach rechts und links geschaut wird. Wie wäre es also, wenn man Berufsbezeichnungen bündelt? Erst wenn man sich mühselig die Bezeichnung herausgesucht hat, bekommt man das Ergebnis: “Zu Ihrer Suchanfrage konnten keine Ergebnisse gefunden werden”. Die Freitextsuche hatte ich zuerst übersehen. Das ist aber auch nicht so tragisch, denn eine Suchanfrage lässt auf eine Antwort warten.

Es wäre langwierig und langweilig, alle verbesserwungswürdigen Punkte hier aufzuzeigen. Da landet man plötzlich unvermittelt wieder auf der Startseite und alle Sucheinstellungen sind verloren oder es kommt zu einer Fehlermeldung, über deren Ursache die technischen Betreiber angeblich bereits informiert sind. Wie schön. Außerdem, einmal Kaffee holen und die “Session” ist abgelaufen, d.h. alles neu eingeben und erneut suchen. Sehr zuvorkommend.
Laut Nielsen reichen ja fünf Anwender für einen einfachen Usability-Test aus. Auch wenn dies (unter anderem von Rolf Molich) schon angezweifelt wurde, bin ich hier der Überzeugung: ein Test mit einem einzigen Anwender hätte Augen öffnen können. Statt ins Fernsehprogramm zu investieren, sollte man erst einmal in den wichtigsten Service Jobfindung investieren.

Vier Verbesserungsvorschläge:

  1. Session-Timeout auf 15 Minuten aufwärts setzen
  2. Suche nach genauen Berufsbezeichnungen nur als sekundäre Möglichkeit. Berufsbilder zusammenfassen (”clustern”).
  3. Freitextsuche deutlicher positionieren (priorisieren) und technisch ausbauen (Responsezeit)
  4. Mit Anwendern zusammensetzen und auf Bedienbareit testen. Ergebnisse in den Entwicklungsprozess iterativ einbeziehen (”usability lifecycle”)

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