Anti-Terror-Datei – immer schön protokollieren, alles und jede/n
In einer Sache sind sich die Politiker ja fast alle sicher: eine “Anti-Terror-Datei” muss her, um Terroristen vor ihrem Aktivwerden fassen zu können. Ob Attentate in der Vergangenheit durch eine solche Datei hätten verhindert werden können, darf bezweifelt werden. Hallo, ihr Terroristen! Wenn es mit der “Datei” (in Wirklichkeit wohl eher eine Datenbank) so läuft, wie es mit dem “PASS” (Polizeiliches Auskunftssystem Sachsen) gelaufen ist, gibt es nichts zu befürchten. Denn wie zu lesen ist, konnte ein solches System eine Sexualstraftat auch nicht verhindern, obwohl der Täter in der Datenbank erfasst gewesen ist:
Erst spät, drei Wochen nach der Entführung, suchte die Polizei zum ersten Mal in der Datei “Pass”, die Sextäter in der Nachbarschaft ihres Elternhauses verzeichnet – eigentlich eine Routineabfrage. Selbst jetzt kam die Polizei nicht weit. Stephanies Peiniger Mario M. war zwar schon 1999 verurteilt worden, nachdem er ein 14-jähriges Mädchen überfallen und vergewaltigt hatte. Doch in der Datenbank stand er als “sexuell motivierter Straftäter” verzeichnet – die Soko suchte nach dem Stichwort “Sexualtäter” und fand deshalb keinen Hinweis.
Wie war das? Den Baum vor lauter Wald nicht finden?
