Stöbern statt Suchen
Suchmaschinen, wie Jobsuchmaschinen (”Stepstone” etc.) oder Warensuchmaschinen, bieten immer ein ähnliches Such-Interface. Es gibt eine Schnellsuche (Stichwort eingeben und los) und eine Detailsuche (Facettenklassifikation, Facets). Das Verfeinern der Suche durch die folgende Herangehensweise lädt zum Stöbern ein und ist weniger frustrierend, als die übliche Technik.
Die Schnellsuche ist man von Google gewöhnt. Doch bei gut klassifizierten Inhalten wie Jobangeboten (Berufsfelder, Anstellungsart, Branche…), ermöglicht die Detailsuche genauere Ergebnisse. Leider führt das mühsam Zusammengeklickte oft zu einem Ergebnis mit “null Treffern”. Zu viele Wunschkriterien wurden vereint und schmälern das Suchergebnis bis auf NULL ein. Entsprechend enttäuschend ist das Suchergebnis.
Die Idee ist, alle Suchkriterien als Links darzustellen, also nicht wie üblich in einem Webformular. Mit jedem Klick auf ein Kritierium wird dieses der Suchanfrage hinzugefügt (boolean AND) und führt sofort die Suchanfrage aus. In Klammern hinter dem Kriterium wird angezeigt, wie viele Ergebnisse gefunden würden, würde man das Kriterium nun anklicken und die Suche so stärker eingrenzen.
Diese Herangehensweise wird auch inverse removing (inverses Ausblenden) genannt. Hinter jedem Kriterium wird weiterhin angezeigt, wie viele Treffer es gäbe, würde man das Kritierium hinzufügen. Unterhalb der Kriterienliste wird das Suchergebnis nach jedem Klick sofort angezeigt.
Beispiel
Vorteil
Mehr Spaß bei der Suche und weniger frustrierende Suchergebnisse. Denn die Trefferanzahl ist im Vorhinein bekannt (in Klammern angezeigt) und ein Suchergebnis liegt schneller vor (nach jedem Klick). Außerdem finden Suchmaschinen-Spider die Datenbankinhalte, was bei Formularen normal nicht der Fall ist (Spider senden keine Formulare ab).
Nachteil
Nur bei gut klassifizierten Inhalten möglich. Außerdem höhere Serverlast, da praktisch im Vorwege alle möglichen Suchanfragen evaluiert werden müssen, um die Trefferanzahl anzuzeigen.
Diese Methode, seit jeher z.B. in ebay.com eingesetzt und seit einiger Zeit verstärkt auch bei amazon.com, hat sich, meiner subjektiven Empfindung nach, recht langsam durchgesetzt. Jobsuchmaschinen wie z.B. stepstone.de nutzen üblicherweise (sehr) lange Formularseiten, auf denen sich Anwender zunächst alle Kriterien zusammenklicken müssen. Besser wäre, sich langsam an das Wunschergebnis heran zu tasten, statt, wie so oft, mit einem leeren Ergebnis konfrontiert zu werden.
