Usability ist Erfolgsfaktor
Wednesday, August 16th, 2006“Aber Usability ist einfach kein Erfolgsfaktor” tönt es im Fischmarkt-Blog von SinnerSchrader nebenan. Weil Myspace und andere Webspaces ein “Horror an Usability” sind, sie aber dennoch Millionen Benutzer/innen anziehen, sei diese These zutreffend. Und auch iPod und iTunes seien schließlich in ihrer Bedienung nicht unbedingt selbsterklärend, aber erfolgreich.
Ein paar Sätze weiter schreibt man im Blog weiter: “Wer es schafft, die Sehnsüchte einer klar umrissenen Zielgruppe anzusprechen, ist dem Erfolg viel näher als mit einer guten Usability in einem unverbindlichen Umfeld”. Allerdings ist der Satz etwas widersprüchlich, wie ich finde. Denn eine “gute Usability” beinhaltet zu allererst, sich mit der Zielgruppe (a.k.a. User) und deren Zielen auseinander zu setzen und das Erreichen dieser Ziele einfach zu ermöglichen. Also ist Usability wohl eher doch ein Erfolgsfaktor. Das mag nun etwas haarspalterisch klingen. Aber so einfach kann man den Satz “Usability ist kein Erfolgsfaktor” nicht stehen lassen.
Hierzu ein Zitat aus Alan Cooper, The inmates are running the asylum:
The company that first claimed the market had to make certain sacrifices to get there. Chances are that design was an early casualty. This makes that company quite vulnarable to design[...]
Und mit “design” ist hier nicht nur das visuelle gemeint, sondern das “usable design”.
Will heißen: wer (Usability-)design vernachlässigt, ist von der Konkurrenz durch diese Schwäche angreifbar.
Myspace mag vielleicht keine umfangreichen Usability-Tests durchlaufen haben. Aber für die *Zielgruppe* ist es “usable”. Und der iPod bietet zwar weniger Funktionen, als so mancher Konkurrent. Aber vielleicht ist er ja im Vergleich zu diesen Konkurrenten und zusammen mit iTunes immer noch am besten zu bedienen. Und das findet womöglich eine größere Zielgruppe, als es die Zielgruppe von Myspace ist.
Siehe auch:
